Die sechs Google Ads-KPIs, die du als KMU sofort prüfen solltest, sind: Conversion-Rate, Cost per Conversion (CPA), ROAS, Klickrate (CTR), durchschnittlicher CPC und Qualitätsfaktor. Diese Leistungskennzahlen sagen dir in wenigen Minuten, ob deine Kampagne Sichtbarkeit, Effizienz oder echtes Geschäftsergebnis liefert.
- Conversion-Rate (Conversions ÷ Klicks × 100): Zeigt, wie viele Besucher tatsächlich kaufen, anfragen oder anrufen.
- Cost per Conversion / CPA (Kosten ÷ Conversions): Sagt dir, was ein Lead oder Kauf wirklich kostet.
- ROAS (Conversion-Wert ÷ Werbekosten): Misst, wie viel Umsatz jeder investierte Euro bringt.
- CTR (Klicks ÷ Impressionen × 100): Zeigt, ob deine Anzeige die richtige Zielgruppe anspricht.
- Durchschnittlicher CPC (Gesamtkosten ÷ Klicks): Gibt an, wie teuer ein einzelner Klick ist und ob das Budget effizient eingesetzt wird.
- Qualitätsfaktor (1–10, von Google bewertet): Beeinflusst direkt deinen Anzeigenrang und damit den tatsächlichen CPC.
Dein 10-Minuten-Kurzcheck: Öffne Google Ads, wechsle in die Kampagnenübersicht und prüfe diese drei Werte für die letzten 30 Tage: Cost per Conversion, Conversion-Rate und Qualitätsfaktor. Liegen CPA oder CPC deutlich über deiner Zielmarge, oder ist der Qualitätsfaktor unter 5, besteht sofortiger Handlungsbedarf.
Profi-Tipp: Filtere die Kampagnenübersicht nach „Conversion-Rate aufsteigend“ — Anzeigengruppen ganz unten in der Liste fressen Budget, ohne Ergebnisse zu liefern. Diese zuerst pausieren oder überarbeiten.
Wichtige Erkenntnisse
Sauberes Conversion-Tracking ist die Grundlage für alle Google Ads-KPIs: Wer ohne valide Daten optimiert, trifft Entscheidungen auf Basis von Rauschen, nicht von Fakten.
| Thema | Details |
|---|---|
| Tracking zuerst einrichten | Ohne Conversion-Tracking sind CPA, ROAS und Conversion-Rate wertlos. Vor Kampagnenstart umsetzen. |
| Drei KPIs täglich prüfen | Kosten, Conversions und CPA täglich im Blick halten, um Ausreißer früh zu erkennen. |
| Ziel-CPA aus Marge berechnen | Auftragswert × Abschlussrate × Marge ergibt den maximalen CPA, bevor eine Kampagne wirtschaftlich wird. |
| Negative Keywords wöchentlich pflegen | Der Suchbegriffsbericht ist der schnellste Hebel zur CPA-Senkung ohne Budgeterhöhung. |
| Ld-media für KMU in Österreich | Ld-media übernimmt Tracking-Setup, Kampagnenstruktur und monatliches KPI-Reporting für KMU. |
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Google Ads-KPIs und wie unterscheiden sie sich von einfachen Messwerten?
- Welche Google Ads-KPIs sind wirklich wichtig? Formeln und Tipps für KMU
- Welche KPIs passen zu welchem Geschäftsziel?
- Wie richtest du Conversion-Tracking richtig ein? Eine Checkliste für KMU
- Wie überwachst du KPIs sinnvoll? Berichte, Dashboards und Alerts
- Wie setzt du realistische KPI-Ziele? Benchmarks und Kalkulation
- Praxisbeispiel: Wie ein lokaler Handwerksbetrieb seine KPIs in den Griff bekommen hat
- 10 konkrete Maßnahmen, um deine KPIs kurzfristig zu verbessern
- Wann sollte ein KMU Google Ads intern betreuen und wann eine Agentur einschalten?
- Ld-media unterstützt KMU beim KPI-Setup und der Google Ads-Betreuung
- Quellen
Was sind Google Ads-KPIs und wie unterscheiden sie sich von einfachen Messwerten?
Ein KPI (Leistungsindikator) ist eine Kennzahl, die direkt mit einem Geschäftsziel verknüpft ist. Ein Messwert ist einfach eine Zahl, die Google Ads erfasst. Der Unterschied klingt klein, ist aber entscheidend für die tägliche Arbeit.
Klicks sind ein Messwert. Sie sagen, dass jemand auf deine Anzeige geklickt hat. Ob dieser Klick deinem Unternehmen etwas gebracht hat, sagt er nicht. Cost per Conversion dagegen ist ein KPI: Er verbindet Ausgaben mit einem definierten Geschäftsergebnis und macht Kampagnen steuerbar.
Welche Kennzahl zum KPI wird, hängt vom Ziel ab:
- Branding-Kampagne: Impressionen und Impression Share werden zu KPIs, weil Sichtbarkeit das Ziel ist.
- Traffic-Kampagne: CTR und Klicks stehen im Vordergrund.
- Lead-Generierung: Conversions, CPA und Conversion-Rate sind die relevanten Leistungsindikatoren.
- E-Commerce: ROAS und Conversion-Wert entscheiden über Wirtschaftlichkeit.
Kurz gesagt: Jede Zahl in Google Ads ist ein Messwert. Zum KPI wird sie erst, wenn du vorher festgelegt hast, welches Ziel sie messen soll. Wer das nicht tut, optimiert auf Zahlen statt auf Ergebnisse.
Welche Google Ads-KPIs sind wirklich wichtig? Formeln und Tipps für KMU
Die folgenden Kennzahlen sind nach Kategorien geordnet. Für jede findest du die Formel, eine kurze Einordnung und direkt umsetzbare Maßnahmen.
Sichtbarkeit
1. Impressionen Formel: Wird von Google Ads direkt gezählt. Zeigt, wie oft deine Anzeige ausgespielt wurde. Relevant vor allem für Branding-Kampagnen. Niedrige Impressionen bei ausreichendem Budget deuten auf zu enge Keyword-Auswahl oder niedrigen Anzeigenrang hin. Tipp: Prüfe Impression Share, bevor du das Budget erhöhst.
2. Impression Share (Anteil an möglichen Impressionen) Formel: Tatsächliche Impressionen ÷ maximal mögliche Impressionen × 100. Zeigt, wie viel Marktpräsenz du im Vergleich zum möglichen Maximum hast. Ein niedriger Wert kann auf Budgetlimitierung oder niedrigen Anzeigenrang hinweisen. Google Ads schlüsselt beides separat auf. Tipp: Unterscheide zwischen „durch Budget verloren“ und „durch Rang verloren“ — die Maßnahmen sind verschieden.
Interesse und Engagement
3. Klicks Formel: Direkt gezählt. Absoluter Wert ohne Kontext. Erst in Kombination mit Conversion-Rate und CPC aussagekräftig.
4. CTR (Klickrate) Formel: Klicks ÷ Impressionen × 100. Zeigt, ob deine Anzeige relevant für die Zielgruppe ist. Eine niedrige CTR bei hohen Impressionen deutet auf schwache Anzeigentexte oder falsches Keyword-Matching hin. Tipp: Teste mindestens zwei Anzeigenvarianten pro Anzeigengruppe und vergleiche CTR nach 200–300 Impressionen.
Kosten
5. Durchschnittlicher CPC Formel: Gesamtkosten ÷ Anzahl Klicks. Gibt an, was ein Klick im Schnitt kostet. Hoher CPC bei niedriger Conversion-Rate ist das teuerste Szenario. Der CPC hängt stark von Branche, Wettbewerb und Qualitätsfaktor ab. Tipp: Ein höherer Qualitätsfaktor senkt den tatsächlichen CPC direkt, weil Google Ads den Anzeigenrang aus Gebot × Qualität berechnet.
6. Gesamtkosten Formel: Direkt aus dem Konto. Relevant als Kontrollgröße für Budget-Pacing. Täglich prüfen, ob das Budget gleichmäßig verbraucht wird oder früh erschöpft ist.
Performance
7. Conversions Formel: Anzahl der erfassten Conversion-Aktionen (setzt sauberes Tracking voraus). Die wichtigste absolute Zahl für Lead- und E-Commerce-Kampagnen. Ohne korrekt eingerichtetes Conversion-Tracking ist diese Zahl wertlos.
8. Conversion-Rate Formel: Conversions ÷ Klicks × 100. Zeigt die Qualität des Traffics und der Landingpage zusammen. Eine niedrige Conversion-Rate bei guter CTR deutet meist auf ein Landingpage-Problem hin, nicht auf die Anzeige. Tipp: Trenne Conversion-Rate nach Gerät auf. Mobile Nutzer konvertieren häufig schlechter, wenn die Seite nicht mobiloptimiert ist.
9. Cost per Conversion (CPA) Formel: Gesamtkosten ÷ Anzahl Conversions. Der direkteste Wirtschaftlichkeitsindikator. Liegt der CPA über deiner Marge pro Auftrag, verlierst du mit jeder Conversion Geld. Ziel-CPA sollte vor Kampagnenstart aus Marge und Lebenszeitwert berechnet werden (mehr dazu im Abschnitt zu Benchmarks). Tipp: Nutze die automatische Gebotsstrategie „Ziel-CPA“ erst, wenn mindestens 30–50 Conversions im Konto vorliegen. Davor fehlt dem Algorithmus die Datenbasis.
Effizienz und Ergebnis
10. ROAS (Return on Ad Spend) Formel: Conversion-Wert ÷ Werbekosten. Misst den Umsatz pro investiertem Euro. Ein ROAS von 4 bedeutet: 4 € Umsatz pro 1 € Werbeausgabe. Für E-Commerce-Kampagnen ist ROAS der zentrale KPI. Ob ein ROAS „gut“ ist, hängt von der Produktmarge ab. Tipp: Weise Conversion-Werte korrekt zu. Wer nur Formular-Einsendungen trackt, ohne einen Wert zu hinterlegen, bekommt keinen ROAS-Wert.
11. Conversion-Wert Formel: Summe aller zugewiesenen Conversion-Werte. Relevant für E-Commerce und für Dienstleister, die Auftragsvolumen tracken. Business Google empfiehlt, Conversion-Werte zuzuordnen und ROAS fortlaufend zu überwachen, weil sauberes Tracking die Grundlage für jede sinnvolle Wirtschaftlichkeitsbewertung ist.
Qualität
12. Qualitätsfaktor Formel: Von Google berechnet (1–10) aus erwartetem CTR, Anzeigenrelevanz und Landingpage-Erfahrung. Ein Qualitätsfaktor unter 5 kostet dich bares Geld, weil dein tatsächlicher CPC steigt. Über 7 bekommst du Rabatt auf den Klickpreis. Die Kontostruktur beeinflusst den Qualitätsfaktor direkt: Enge Anzeigengruppen mit thematisch passenden Keywords und Anzeigentexten erzielen höhere Werte. Google empfiehlt, Berichte nach Konto-, Kampagnen- und Anzeigengruppenebene aufzuschlüsseln, um Qualitätsprobleme gezielt zu lokalisieren.
Profi-Tipp: Öffne den Suchbegriffsbericht wöchentlich und prüfe, welche tatsächlichen Suchanfragen deine Anzeigen ausgelöst haben. Irrelevante Begriffe als negative Keywords zu hinterlegen ist oft der schnellste Weg, CPA zu senken, ohne das Budget zu erhöhen.
Welche KPIs passen zu welchem Geschäftsziel?
Nicht jede Kennzahl ist für jedes Ziel gleich relevant. Das folgende Mapping hilft dir, die richtigen Google Ads-Metriken für dein konkretes Vorhaben auszuwählen.
| Geschäftsziel | Primäre KPIs | Sekundäre KPIs |
|---|---|---|
| Markenbekanntheit (Branding) | Impressionen, Impression Share | CTR, Reichweite |
| Traffic auf die Website | CTR, Klicks | CPC, Bounce-Rate |
| Lead-Generierung | Conversions, CPA, Conversion-Rate | Qualitätsfaktor, CTR |
| E-Commerce / Umsatz | ROAS, Conversion-Wert, CPA | Conversion-Rate, CPC |
| Lokale Sichtbarkeit | Impression Share (lokal), Anruf-Conversions | CTR, CPC |
Für KMU aus dem Handwerk oder lokalen Dienstleistungsbereich stehen Anruf-Conversions und Formular-Einsendungen im Vordergrund. Ein Installateur in Wien braucht keinen ROAS, aber einen klaren Ziel-CPA pro Kundenanfrage. Ein lokaler Onlineshop für Heimtextilien dagegen misst Erfolg primär über ROAS und Conversion-Wert.

Wichtig für die Einstellung „In Conversions einbeziehen“: Nur Conversion-Aktionen, die als primäre Ziele markiert sind, fließen in die Spalte „Conversions“ ein und beeinflussen automatische Gebotsstrategien. Sekundäre Aktionen (z. B. Newsletter-Anmeldungen) solltest du separat tracken, aber nicht in die Hauptspalte einbeziehen, damit dein Algorithmus auf das richtige Ziel optimiert.
Das Attributionsmodell entscheidet, welchem Klick eine Conversion zugerechnet wird. Für KMU mit kurzen Kaufentscheidungszyklen (z. B. Notfallreparaturen) ist das datengetriebene Modell oder „Letzter Klick“ oft ausreichend. Bei längeren Entscheidungsprozessen (Beratungsleistungen, teure Produkte) lohnt sich das datengetriebene Attributionsmodell, sobald genug Conversion-Daten vorliegen.
- Starte immer mit einem klar definierten primären Conversion-Ziel, bevor du Kampagnen live schaltest.
- Überprüfe die „In Conversions einbeziehen“-Einstellung bei jeder neuen Conversion-Aktion.
- Wechsle das Attributionsmodell erst, wenn du die Auswirkungen auf deine Berichte verstehst.
Wie richtest du Conversion-Tracking richtig ein? Eine Checkliste für KMU
Sauberes Tracking ist die Grundlage für valide Google Ads-KPIs. Wer auf Basis falscher oder fehlender Conversion-Daten optimiert, trifft Entscheidungen im Blindflug.
Schritt-für-Schritt-Checkliste:
- Conversion-Aktionen definieren: Lege fest, was eine Conversion für dein Unternehmen ist. Formular-Einsendung, Anruf, Kauf, App-Download? Jede Aktion braucht eine eigene Conversion-Aktion in Google Ads.
- Google-Tag einrichten: Installiere den globalen Google-Tag (früher: Google Ads Conversion-Tag) auf allen Seiten deiner Website. Am einfachsten über Google Tag Manager.
- Conversion-Tag pro Aktion: Erstelle für jede Conversion-Aktion ein eigenes Tag-Event. Für Formular-Einsendungen: Auslösung auf der Danke-Seite. Für Anrufe: Anruf-Tracking über Google Forwarding Number.
- Telefon-Tracking aktivieren: Für lokale KMU oft die wichtigste Conversion-Quelle. Google Ads bietet automatisches Anruf-Tracking über eine Weiterleitungsnummer.
- Offline-Conversions prüfen: Wer Leads telefonisch abschließt, sollte Offline-Conversion-Importe einrichten, um den tatsächlichen Wert einer Kampagne zu messen.
- „In Conversions einbeziehen“ prüfen: Stelle sicher, dass nur primäre Ziele in der Hauptspalte erscheinen.
- Attributionsmodell wählen: Für den Start empfiehlt sich das datengetriebene Modell, sobald ausreichend Daten vorliegen. Alternativ „Letzter Klick“ als einfache Ausgangsbasis.
- Tracking testen: Nutze den Google Tag Assistant oder die Vorschau im Tag Manager, um zu prüfen, ob Tags korrekt feuern.
Die richtige Reihenfolge für KMU: Tracking einrichten und mindestens zwei Wochen Daten sammeln, bevor du Gebotsstrategien oder Budgetentscheidungen auf Basis von Conversion-Daten triffst. Wer das überspringt, optimiert auf Nulldaten.
- Verknüpfe Google Ads mit Google Analytics 4, um Nutzerverhalten nach dem Klick zu verstehen.
- Prüfe regelmäßig den Conversion-Status in Google Ads (grünes Häkchen = aktiv und empfangend).
- Dokumentiere alle Conversion-Aktionen in einer einfachen Tabelle mit Ziel, Tag-Name und Einbeziehen-Einstellung.
Wie überwachst du KPIs sinnvoll? Berichte, Dashboards und Alerts
Wer KPIs nur gelegentlich anschaut, reagiert zu spät. Ein strukturiertes Reporting-System macht den Unterschied zwischen Kontrolle und Kontrollverlust.
Erweiterte Berichte in Google Ads liefern weit mehr als Klicks und Impressionen. Sie helfen dir einzuschätzen, inwieweit deine Kampagnen echten Geschäftswert erzeugen. Der Berichtseditor erlaubt es, benutzerdefinierte Berichte zu erstellen, zu planen und automatisiert per E-Mail zu versenden.

Empfohlene Reporting-Cadence für KMU:
| Intervall | Welche KPIs prüfen | Ziel |
|---|---|---|
| Täglich (5 Min.) | Kosten, Impressionen, Conversions | Budget-Pacing, Ausreißer erkennen |
| Wöchentlich (30 Min.) | CTR, CPA, Conversion-Rate, Qualitätsfaktor | Optimierungsbedarf identifizieren |
| Monatlich (60 Min.) | ROAS, Impression Share, Gesamtkosten vs. Ziel | Strategische Anpassungen, Budget-Planung |
Benutzerdefinierte Spalten sind eine der am häufigsten unterschätzten Funktionen in Google Ads. Mit ihnen kannst du eigene KPI-Berechnungen direkt im Interface erstellen, zum Beispiel eine Spalte „CPA nach Gerät“ oder „Conversion-Rate Mobilgeräte“. Benutzerdefinierte Spalten lassen sich speichern und in allen Berichten wiederverwenden, was wöchentliche Checks erheblich beschleunigt.
- Richte automatische Alerts ein: Google Ads kann dich per E-Mail benachrichtigen, wenn Kosten ein Tageslimit überschreiten oder Conversions auf null fallen.
- Speichere deinen wöchentlichen Standardbericht im Berichtseditor und plane den automatischen Versand jeden Montag.
- Segmentiere Berichte nach Gerät und Tageszeit, um Gebotsanpassungen datenbasiert zu treffen.
Wie setzt du realistische KPI-Ziele? Benchmarks und Kalkulation
Benchmarks ohne Kontext sind gefährlich. Bevor du externe Vergleichswerte heranzieht, leite deine Ziele aus deinen eigenen Zahlen ab.
Einfache Kalkulations-Vorlage für Ziel-CPA und Ziel-ROAS:
- Ziel-CPA: Durchschnittlicher Auftragswert × Abschlussrate (Lead zu Kunde) × Marge = maximaler CPA. Beispiel: Auftragswert 800 €, Abschlussrate 30 %, Marge 40 % → maximaler CPA = 800 × 0,30 × 0,40 = 96 €.
- Ziel-ROAS: 1 ÷ Produktmarge (als Dezimalzahl). Beispiel: Marge 25 % → Mindestziel-ROAS = 1 ÷ 0,25 = 4,0 (also 400 %).
Typische Spannweiten für KMU in Zentraleuropa, die als grobe Orientierung dienen:
- Conversion-Rate lokal (Dienstleister, Handwerk): 3–8 %
- Conversion-Rate überregional (E-Commerce): 1–4 %
- CTR Suchanzeigen: 2–10 % je nach Branche und Wettbewerb
- Qualitätsfaktor Zielbereich: 7–10
Diese Werte verschieben sich durch Saisonalität (Heizungsbetrieb im Winter vs. Sommer), Suchintention (informational vs. transaktional) und Landingpage-Qualität erheblich. Ein Benchmark aus einer US-amerikanischen Studie ist für einen österreichischen KMU-Markt oft nicht übertragbar.
Wichtig: Setze Ziele immer aus deinen historischen Daten ab, nicht aus Branchendurchschnittswerten. Wer noch keine Daten hat, startet mit einem konservativen Ziel-CPA und justiert nach den ersten 30–50 Conversions.
Für KMU gilt: Eine fokussierte Keyword-Auswahl, frühe Negative-Keyword-Listen und saubere Kontostruktur sind wichtiger für die Wirtschaftlichkeit als ein hohes Startbudget. Wer mit 500 € monatlich startet und sauber trackt, lernt mehr als jemand mit 2.000 € und ohne Conversion-Daten.
Praxisbeispiel: Wie ein lokaler Handwerksbetrieb seine KPIs in den Griff bekommen hat
Ausgangslage: Ein Sanitärbetrieb aus Niederösterreich schaltet Google Ads seit sechs Monaten. Budget: 600 € pro Monat. Ergebnis: viele Klicks, kaum messbare Anfragen. Kein Conversion-Tracking, keine negativen Keywords, breite Match-Types.
Gewählte KPIs: Anruf-Conversions, Formular-Einsendungen, CPA, Qualitätsfaktor.
Operative Schritte:
- Conversion-Tracking für Anrufe und Formular-Einsendungen eingerichtet (Google Tag Manager).
- Suchbegriffsbericht ausgewertet: Rund 40 % der Klicks kamen von irrelevanten Suchanfragen (z. B. „Sanitär-Ausbildung“, „Sanitär-Großhandel“). Diese als negative Keywords hinterlegt.
- Anzeigengruppen nach Leistungen aufgeteilt (Heizung, Badezimmer, Notfallreparatur) statt einer einzigen Sammelkampagne.
- Landingpage für „Notfallreparatur“ mit klarer Telefonnummer und kurzem Formular erstellt.
- Qualitätsfaktor stieg von durchschnittlich 4 auf 7 durch besseres Keyword-Anzeigen-Matching.
Typische Verbesserungen nach diesem Setup:
Wer Conversion-Tracking erst nach dem Kampagnenstart einrichtet, verschenkt wertvolle Lernzeit. Die ersten Wochen mit sauberem Tracking liefern mehr Erkenntnisse als Monate ohne. Der größte Hebel war nicht das Budget, sondern das Entfernen irrelevanter Suchanfragen und die Trennung der Kampagnenstruktur nach Leistungen.
Lessons Learned:
- Tracking vor Kampagnenstart ist nicht optional, sondern Voraussetzung.
- Negative Keywords sind der schnellste Hebel zur CPA-Senkung.
- Enge Anzeigengruppen verbessern Qualitätsfaktor und senken CPC gleichzeitig.
- Eine dedizierte Landingpage pro Leistung erhöht die Conversion-Rate messbar.
10 konkrete Maßnahmen, um deine KPIs kurzfristig zu verbessern
Eine priorisierte Liste für das erste Konto-Audit. Die Reihenfolge orientiert sich am typischen Impact für KMU.
- Negative Keywords aus dem Suchbegriffsbericht hinterlegen (30 Min., hoher Impact): Öffne den Suchbegriffsbericht und markiere alle irrelevanten Begriffe. Direkte Wirkung auf CPA und CTR.
- Conversion-Tracking prüfen und korrigieren (60 Min., kritisch): Ohne valide Daten sind alle anderen Maßnahmen wirkungslos.
- Anzeigentexte per A/B-Test testen (45 Min.): Mindestens zwei Varianten pro Anzeigengruppe. Fokus auf Überschrift 1 und Call-to-Action.
- Gebotsanpassungen nach Gerät prüfen (15 Min.): Segmentiere Conversion-Rate nach Gerät. Mobilgeräte mit schlechter Performance um 20–30 % reduzieren.
- Landingpage-Message-Match herstellen (60 Min.): Keyword in Anzeige und Landingpage-Überschrift müssen übereinstimmen. Erhöht Qualitätsfaktor und Conversion-Rate.
- Anzeigengruppen nach Themen trennen (45 Min.): Breite Sammelkampagnen in thematisch enge Gruppen aufteilen. Verbessert Qualitätsfaktor direkt.
- Tageszeit-Segmentierung auswerten (20 Min.): Prüfe, zu welchen Uhrzeiten Conversions entstehen. Gebote außerhalb dieser Zeiten reduzieren.
- Benutzerdefinierte Spalten für CPA und Conversion-Rate anlegen (15 Min.): Macht wöchentliche Checks schneller und konsistenter.
- Automatische Alerts einrichten (10 Min.): Alert bei Tagesbudget-Überschreitung und bei null Conversions über 3 Tage.
- Impression Share „durch Rang verloren“ prüfen (15 Min.): Liegt dieser Wert über 30 %, lohnt sich eine Qualitätsfaktor-Optimierung vor einer Budgeterhöhung.
1-Stunden-Sofort-Checklist für das erste Konto-Audit:
- Conversion-Tracking aktiv und korrekt? (10 Min.)
- Suchbegriffsbericht: Top-10-irrelevante Begriffe als negative Keywords (15 Min.)
- Qualitätsfaktor unter 5: Welche Keywords? (10 Min.)
- CPA vs. Ziel-CPA: Wo liegt die Abweichung? (10 Min.)
- Anzeigen: Mindestens zwei Varianten pro Gruppe vorhanden? (5 Min.)
- Alerts eingerichtet? (10 Min.)
Wann sollte ein KMU Google Ads intern betreuen und wann eine Agentur einschalten?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf drei Faktoren an. Budget, verfügbare Zeit und vorhandenes Know-how.
Interne Betreuung ist sinnvoll, wenn:
- Das monatliche Werbebudget unter 500 € liegt und die Kampagnenstruktur überschaubar ist.
- Eine Person im Team mindestens 3–4 Stunden pro Woche für Analyse und Optimierung aufwenden kann.
- Das Ziel klar definiert ist (z. B. nur Anruf-Conversions für eine Leistung).
Eine Agentur lohnt sich, wenn:
- Das Budget über 1.000 € monatlich liegt und mehrere Kampagnentypen parallel laufen.
- Conversion-Tracking, Attributionsmodelle und Gebotsstrategien zu komplex werden.
- Interne Ressourcen fehlen, um wöchentlich Suchbegriffsberichte auszuwerten und Anzeigen zu testen.
- Skalierung geplant ist und Fehler im Setup teuer werden.
Fragen, die du einer Agentur stellen solltest:
- Wie messen Sie Ihren Erfolg und welche KPIs berichten Sie monatlich?
- Wie oft erhalte ich einen Bericht und in welchem Format?
- Können Sie Referenzen aus meiner Branche oder vergleichbaren KMU nennen?
- Wie gehen Sie mit negativen Keywords und Suchbegriffsberichten um?
Eine einfache Entscheidungsregel: Wer mehr Zeit mit dem Verstehen von Google Ads verbringt als mit seinem Kerngeschäft, sollte externe Unterstützung prüfen. Wer dagegen ein klar strukturiertes Konto mit wenigen Kampagnen betreibt und die Grundlagen beherrscht, kann intern gute Ergebnisse erzielen.
Ld-media unterstützt KMU beim KPI-Setup und der Google Ads-Betreuung
Wer Google Ads wirklich auf Ergebnis steuern will, braucht mehr als ein laufendes Konto. Er braucht sauberes Tracking, eine durchdachte Kampagnenstruktur und Berichte, die tatsächlich Entscheidungen ermöglichen.

Ld-media übernimmt genau das für KMU in Österreich: vom initialen Tracking-Setup über die Kampagnenstruktur bis zum monatlichen KPI-Reporting. Kein Raten, kein Blindflug. Stattdessen ein klares Setup, das von Anfang an auf deine Geschäftsziele ausgerichtet ist. Typische Leistungen im Paket:
- Conversion-Tracking-Setup (Google Tag Manager, Anruf-Tracking, Formular-Conversions)
- Kampagnenstruktur nach Leistungen und Zielgruppen
- Monatliches KPI-Reporting mit konkreten Handlungsempfehlungen
- Landingpage-Anpassungen für besseren Message-Match und höhere Conversion-Rate
Starte mit einem kostenlosen Erstgespräch und lass dir zeigen, wo dein Konto gerade Geld verschwendet. Direkt zur Performance-Marketing-Seite von Ld-media oder zur Agentur-Übersicht für alle Leistungen.
Quellen
- Ergebnisse analysieren - Google Ads‑Hilfe
- Anleitung: Werbeleistung analysieren – Google Ads
- A/B‑Test — Wikipedia
